Ausstellung im Museum Schlosspark
Begegnen Sie im Puricelli-Salon den Künstlern Hannelore Hilgert und Charly Pyka
15.08.2026 - 27.09.2026
Wir betreten eine Ausstellung, die uns emotional auf ganz unterschiedliche Weise berührt.
Bereits am Eingang des historischen Raums bleiben wir unmittelbar stehen. Wir schauen geradeaus und sind direkt hingerissen. Welch ein Anblick. Am Ende des schmalen Gangs, der die beiden Räume rechts und links offen voneinander trennt, steht ein Frauentorso.
Ganz alleine. Solo. Konkurrenzlos. Angestrahlt.
Fast schon divenhaft, aber irgendwie auch antik.
„Corpus Nexus VII“ zeigt uns bei näherem Betrachten, wie sensibel die Künstlerin Hannelore Hilgert ihre Techniken und Materialien bewusst miteinander in Verbindung bringt. Das irdene Material wird mit Kunststoffbändern, die wie Kabelbinder wirken, zusammengehalten. Der Kontrast zwischen Naturmaterial und neuzeitlichen Stoffen wird augenblicklich spürbar. Man lässt unserer Phantasie freien Lauf.
Eine Weile verharren wir in unseren Gedanken bei der Plastik, aber die Räume nebenan ziehen uns magisch an. Rechts von uns steht ein Rollstuhl, darauf ein dicker Erdball. Charly Pyka konfrontiert uns schonungslos mit dem „Alb-Traum“, den wir Menschen unserer Mutter Erde antun, den wir anderen Menschen antun und wie unheilig uns die Natur ist, die uns zum Geschenk gemacht wurde.
Eindrucksvoll und nachdenklich stimmend, nehmen wir den Aufschrei in uns auf und stellen uns selbst viele Fragen. Wie feinfühlig gehen wir eigentlich damit um?
Der Raum zeigt noch mehr der zeitkritischen Werke des Künstlers – unmittelbar verbunden mit den Arbeiten von Hannelore Hilgert.
Da ist eine Bronze zum Mauerfall, dort verbrannte Erde in Mischtechnik, hier die Liebkosung des Körpers. Immer wieder begegnen uns Tonerde und Hightech-Materialien im Kontext der menschlichen Einwirkungen auf unsere Umwelt und der Sehnsucht nach Natürlichkeit.
Wir lassen uns durch die Ausstellungsräume tragen. Hin und hergerissen zwischen Aussage, Werkstoffen und künstlerischer Umsetzung. Da knallige Farben, dort das Treibholz als Träger einer „Anhörung“.
Eine besondere Tiefenwirkung erhält :Retro RefleXionen durch die bewusst eingesetzte Beleuchtungstechnik. Die Schattenwürfe der einzelnen Objekte verleihen dem Raum und der Kunst eine unvergleichliche Anziehungskraft.
Eine Hommage an Hildegard von Bingen steht für sich im Außenbereich. Mit der Kulisse des Schlossparks im Hintergrund entsteht eine neue Dimension des Wirkens und der Naturverbundenheit. Fast schon mystisch.
Wie auch immer – eine eigene kunstkritische Interpretation liegt uns fern. Wir können nur beschreiben, was uns beim Umherwandeln im Puricelli-Salon bewegt hat, welche Gedanken und welchen Nachklang die Werke der beiden Künstler bei uns hinterlassen haben.
Vielleicht sehen Sie die Ausstellung mit ganz anderen Augen und ganz eigenen Empfindungen. Wenn wir Sie neugierig gemacht haben, besuchen Sie unbedingt die Ausstellung im Museum Schlosspark in Bad Kreuznach. Erspüren Sie selbst, wie nah Ihnen Kunst plötzlich werden kann.
Die Ausstellung ist noch bis zum 27.09.2026 zu sehen.
Wer mehr über die Künstler und die Ausstellung erfahren möchte, findet nachfolgend den offiziellen Ausstellungstext.
Text: Silvia Sperlich








